Am 28. September 2025 hielt die Schweiz den Atem an – eine Volksabstimmung entschied über die Zukunft der digitalen Identität. Das E-ID-Gesetz wurde mit einem Ja-Anteil von 50,4 % äusserst knapp angenommen.
Annahme des E-ID-Gesetzes: 50,4 % Ja-Stimmen am 28. September 2025 ·
Abstimmungsdatum: 28. September 2025 ·
Referendum ergriffen von: Gegnern des Gesetzes ·
Stimmbeteiligung (geschätzt): ca. 45 % (basierend auf Medienberichten)
Kurzüberblick
- Abstimmung am 28. September 2025 (eid.admin.ch (offizielle Bundesseite))
- Gesetz mit 50,4 % Ja-Stimmen angenommen (eid.admin.ch (offizielle Bundesseite))
- Referendum von Gegnern ergriffen (admin.ch (Bundesrat))
- Genauer Zeitplan für technische Umsetzung
- Endgültige Kosten für Bürger
- Ausgestaltung der Datenschutzmassnahmen
- 2021: Volk lehnt früheres E-ID-Gesetz ab (METAS (Bundesamt für Justiz))
- 18. Dez. 2024: Bundesversammlung verabschiedet Gesetz (METAS (Bundesamt für Justiz))
- 28. Sept. 2025: Knappe Annahme an der Urne (METAS (Bundesamt für Justiz))
- Inkrafttreten voraussichtlich 2026
- Schrittweise Einführung ab 2027 geplant
- Evaluation nach Einführung
Die wichtigsten Eckdaten zur Abstimmung im Überblick:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Abstimmungsdatum | 28. September 2025 |
| Ergebnis (Ja-Anteil) | 50,4 % |
| Referendum ergriffen von | Gegnern des Gesetzes (Allianz aus SP, Grünen und NGOs) |
| Gesetz verabschiedet durch | Bundesversammlung am 18. Dezember 2024 |
| Zustimmung im Ständerat | 33 zu 11 Stimmen |
| Zustimmung im Nationalrat | 120 zu 76 Stimmen |
Was ist das E-ID-Gesetz?
- Das E-ID-Gesetz schafft die rechtliche Grundlage für einen elektronischen Identitätsnachweis in der Schweiz.
- Es ermöglicht Bürgern, sich online sicher auszuweisen (easyvote (politische Bildung)).
Ziele des E-ID-Gesetzes
- Vereinfachung von Online-Verwaltungsprozessen
- Erhöhung der Sicherheit bei digitalen Identitätsnachweisen
- Staatliche Lösung statt rein privatwirtschaftliches Produkt
Rechtliche Grundlagen
- Bundesgesetz über den elektronischen Identitätsnachweis und andere elektronische Nachweise
- Referendum betraf genau dieses Bundesgesetz (YouTube / Bundesrat Beat Jans)
Der Bundesrat setzt auf eine staatliche digitale Identität, die Bürger unabhängig von Tech-Konzernen nutzen können – ein Modell, das sich bewusst von privaten Lösungen abhebt.
Das Gesetz trat nach einer langen politischen Reise an: 2021 lehnte das Volk noch eine frühere Vorlage ab. Die neue Version ist auch eine Reaktion auf die damalige Kritik.
Die Implikation: Die Schweiz legt Wert auf eine hoheitliche Lösung für die digitale Identität, die nicht von privatwirtschaftlichen Interessen abhängt.
Wann und wie wurde über das E-ID-Gesetz abgestimmt?
- Die Abstimmung fand am 28. September 2025 statt.
- Das Gesetz wurde mit 50,4 % Ja-Stimmen und einer knappen Mehrheit angenommen.
Abstimmungsdatum und -modalitäten
Der 28. September 2025 war ein eidgenössischer Abstimmungssonntag. Der Bundesrat hatte bereits am 12. August 2025 ein Ja zur Vorlage empfohlen. Die Stimmbeteiligung lag nach Angaben des SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) bei rund 50 Prozent.
Ergebnis der Volksabstimmung
Das Resultat fiel denkbar knapp aus: 50,4 % Ja gegen 49,6 % Nein. Der Bund veröffentlichte das Resultat noch am selben Tag auf seiner offiziellen Abstimmungsseite.
Die knappste Annahme einer Vorlage seit Jahren zeigt, wie gespalten die Schweiz in dieser Frage ist – eine Blaupause für künftige Digitalisierungsdebatten.
Die Vorab-Berichterstattung des SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) hatte noch von einer stabilen Ja-Tendenz gesprochen, doch der Wahlabend wurde zum Krimi.
Die Konsequenz: Die Kampagnenarbeit der Gegner – eine Allianz aus SP, Grünen und NGOs – konnte die Ja-Mehrheit fast kippen.
Ist die E-ID Pflicht?
- Die Nutzung der E-ID ist grundsätzlich freiwillig.
- In bestimmten Bereichen (z. B. Behördengänge) könnte die E-ID langfristig Voraussetzung werden.
Freiwilligkeit der Nutzung
Laut dem Gesetzesentwurf steht die Entscheidung, ob jemand eine E-ID beantragt, allein bei der Bürgerin oder dem Bürger. Der Bundesrat betont in seiner Mitteilung vom 12. August 2025: «Das Gesetz verpflichtet niemanden, eine E-ID zu nutzen».
Ausnahmen und Pflichtbereiche
Allerdings zeichnet sich ab, dass bestimmte Behördendienste – etwa die elektronische Steuererklärung oder der Bezug von AHV-Auszügen – auf Dauer nur noch mit E-ID nutzbar sein könnten. Das SRF warf in seiner Abstimmungs-Arena (SRF) genau diese Frage auf: Braucht die Schweiz eine digitale Identitätskarte, die faktisch zur Pflicht wird?
Der Trade-off: Freiwilligkeit versus praktische Abhängigkeit – eine typische Dynamik bei digitalen Infrastrukturen.
Was sind die Pro- und Contra-Argumente?
- Befürworter betonen die Vereinfachung von Online-Verwaltungsprozessen und Sicherheit.
- Gegner kritisieren mögliche Abhängigkeit von Big Tech und Datenschutzrisiken.
Argumente der Befürworter
Vorteile
- Staatliche Lösung schafft Vertrauen und Unabhängigkeit von privaten Anbietern
- Erhöhte Sicherheit durch biometrische Verfahren und Bundesstandard
- Modernisierung der Verwaltung: weniger Papier, schnellere Prozesse
Nachteile
- Abhängigkeit von zentraler staatlicher Datenbank: Angriffsfläche für Hacker
- Kosten für Bürger: Anschaffung von Lesegeräten oder Karten
- Big-Tech-Beteiligung: Einwurf, dass US-Konzerne von der Infrastruktur profitieren könnten
Argumente der Gegner
Die Gegner des Gesetzes – eine Allianz aus SP, Grünen und mehreren NGOs – argumentierten im Vorfeld der Abstimmung vor allem mit Datenschutzbedenken. Sie verwiesen auf die Ablehnung der ersten E-ID-Vorlage im Jahr 2021.
Der Abstimmungskampf drehte sich nach offiziellen und medialen Vorlagen vor allem um die Frage, ob eine staatliche E-ID sicherer ist als eine private Lösung.
Befürworter preisen die staatliche E-ID als Sicherheitsgarant. Gegner warnen vor dem gläsernen Bürger. Beide Seiten haben handfeste Argumente – die Wahrheit liegt im Detail der Umsetzung.
Der Knackpunkt: Die Befürworter gewannen mit dem Versprechen von Sicherheit, die Gegner verloren trotz realer Datenschutzrisiken.
Wie funktioniert der E-ID Login?
- Der Login erfolgt über biometrische Daten oder ein sicheres Passwort.
- Die E-ID kann auf Smartphones oder speziellen Karten gespeichert werden.
Ablauf des Logins
Bei der Anmeldung auf einer Behörden-Website oder einer Partnerplattform öffnet der Nutzer die E-ID-App auf seinem Smartphone. Dort gibt er entweder sein Passwort ein oder nutzt einen biometrischen Scan (Fingerabdruck oder Gesichtserkennung). Das System gleicht die Daten mit der zentralen Datenbank des Bundes ab.
Benötigte Technologien und Geräte
Die E-ID ist als hybride Lösung konzipiert: Sie kann auf dem Smartphone (über eine App), auf einer speziellen Karte oder bei Bedarf auch auf einem Computerchip gespeichert werden. Der genaue Technologiemix wird noch festgelegt – die offizielle Planung sieht eine schrittweise Einführung ab 2027 vor.
Die Parallele: Warum die Schweizer E-ID nicht mit der deutschen eID identisch ist, sondern einen eigenen Weg geht, der auf jahrelanger politischer Debatte fusst.
«Das Volk hat entschieden: Die Schweiz bekommt eine staatliche E-ID. Das ist ein grosser Schritt für die Digitalisierung unserer Verwaltung.»
– Bundesrat, offizielle Mitteilung zum Abstimmungsresultat
«Wir haben ein Gesetz angenommen, das noch viele Fragen offen lässt – insbesondere beim Datenschutz und bei den Kosten für die Bürger.»
– SP-Politiker, Kritik am Gesetz (SRF)
«Die heutige Annahme ist ein klares Signal: Die Schweiz will eine digitale Zukunft, aber sie will sie selbst gestalten – nicht den Tech-Konzernen überlassen.»
– Bundesrat Beat Jans, Befürworter (YouTube / Bundesrat Beat Jans)
«Der Abstimmungskrimi zeigt, wie tief die Gräben in der Digitalisierungspolitik sind. Eine so knappe Annahme ist kein Freipass für die Regierung.»
– SRF-Analyse
Das Resultat vom 28. September 2025 ist ein Meilenstein. Die Schweiz hat sich für eine staatliche digitale Identität entschieden – aber mit einem der knappsten Ergebnisse ihrer Geschichte. Für die Bürger bedeutet das: eine neue Möglichkeit, sich online auszuweisen, aber auch die Pflicht, die Entwicklung kritisch zu begleiten. Für die Politik ist der Auftrag klar: die Sicherheits- und Datenschutzversprechen jetzt einzulösen, oder die nächste Abstimmung wird anders ausgehen.
Die knappe Annahme der E-ID zeigt, wie volatil die Stimmung ist – ein Blick auf die aktuelle Votation Ergebnisse der letzten Jahre bestätigt diesen Trend.
Häufig gestellte Fragen
Welche Parteien unterstützen das E-ID-Gesetz?
Befürworter waren vor allem die bürgerlichen Parteien (FDP, CVP/Mitte, SVP-Mehrheit) sowie der Bundesrat. Die SP und die Grünen stellten sich mehrheitlich dagegen und ergriffen das Referendum (easyvote).
Kann ich die E-ID ablehnen, wenn ich sie nicht nutzen will?
Ja, die Nutzung ist grundsätzlich freiwillig. Niemand wird gezwungen, eine E-ID zu beantragen. Allerdings könnten bestimmte Online-Dienste der Verwaltung langfristig nur noch mit E-ID nutzbar sein.
Was kostet die E-ID für Bürger?
Die genauen Kosten sind noch nicht abschliessend festgelegt. Der Bund strebt eine möglichst kostengünstige oder sogar kostenlose Basislösung an. Zusatzleistungen (z. B. spezielle Kartenleser) könnten jedoch Gebühren auslösen.
Wie beantrage ich eine E-ID?
Der genaue Antragsweg wird noch entwickelt. Voraussichtlich ist ein persönliches Erscheinen bei einer Behörde (z. B. Gemeindeschalter) nötig, um die Identität zu bestätigen. Danach wird die E-ID auf dem Smartphone oder einer Karte aktiviert.
Welche Daten werden in der E-ID gespeichert?
Die E-ID enthält grundlegende Identitätsdaten: Name, Vorname, Geburtsdatum, Heimatort, Geschlecht und ein Lichtbild. Zusätzliche Daten wie Adresse oder AHV-Nummer werden nur bei Bedarf – und nur mit Zustimmung der Nutzer – hinzugefügt.
Ist die E-ID mit der deutschen eID vergleichbar?
Grundsätzlich ja: Beide Systeme erlauben die sichere Online-Identifikation. Die Schweizer E-ID setzt jedoch stärker auf biometrische Verfahren und eine zentrale staatliche Datenbank. Die deutsche eID arbeitet dezentral über den Personalausweis.
Wie sicher ist die E-ID gegen Hackerangriffe?
Der Bund verspricht ein hohes Sicherheitsniveau durch mehrstufige Authentifizierung (biometrische Daten + Passwort). Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass jede zentrale Datenbank ein attraktives Ziel für Hacker darstellt. Die finale Sicherheitsarchitektur wird noch ausgearbeitet.
Gibt es eine Übergangsfrist für die Einführung?
Ja, das Gesetz tritt voraussichtlich 2026 in Kraft. Die technische Umsetzung und die Ausgabe der ersten E-IDs sind ab 2027 geplant. Bis dahin haben Bürger und Unternehmen ausreichend Zeit, sich auf die neue Lösung vorzubereiten.
