Wer den Euro gegen Schweizer Franken tauscht, blickt gespannt auf die Prognosen für 2026. Die Bandbreite der Erwartungen ist gross: Während die Grossbank UBS ihren Ausblick für EUR/CHF auf 0,95 anhob (Investing.com (Nachrichtenportal), UBS-Prognose), rechnet Raiffeisen mit einem leichten Rückgang auf 0,91 (Ticinonline (Schweizer Nachrichten), Raiffeisen-Analyse).

Aktueller EUR/CHF Kurs (Mai 2026): 0,928 ·
Höchststand letzte Woche: 0,9169 ·
Tiefststand letzte Woche: 0,9092 ·
Prognose einiger Banken für 2026: 0,90 – 1,00

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Ob der Franken weiter aufwertet, hängt von geopolitischen Entwicklungen ab
  • Die genaue Prognose für Ende 2026 bleibt unsicher
  • Experten sind uneinig: UBS sieht Aufwärtspotenzial, Raiffeisen einen Rückgang
3Zeitleisten-Signal
  • Anfang 2026: EUR/CHF bei 0,9286 (ICE)
  • Juni 2026: EZB-Referenzkurs um 0,913–0,917 (EZB)
  • UBS erhöht Prognose für Dezember 2026 auf 0,95 (Investing.com)
  • Raiffeisen erwartet 0,91 bis Ende 2026 (Ticinonline)
4Wie es weitergeht
Der Trade-off

Anleger stehen vor einer Zwickmühle: Wer auf einen steigenden Euro setzt, hofft auf die UBS-Prognose. Wer Sicherheit sucht, folgt dem Raiffeisen-Szenario. Die Bandbreite von fast 10 Prozentpunkten macht den Markt unberechenbar.

Fünf Kennzahlen, eine Botschaft: Der EUR/CHF bewegt sich seit Monaten in einer engen Spanne, doch die Richtung bleibt offen.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen zusammen:

Kennzahl Wert
Aktueller Kurs 0,928 CHF pro Euro
Höchststand letzte Woche 0,9169
Tiefststand letzte Woche 0,9092
52-Wochen-Hoch (Schätzung) ca. 1,00
52-Wochen-Tief (Schätzung) ca. 0,85

Wie sind die Prognosen für den CHF im Jahr 2026?

Welche Faktoren beeinflussen den Wechselkurs?

  • Die Geldpolitik der SNB und der EZB: Die SNB hält ihren Leitzins bei 0,5 % (Ticinonline (Schweizer Nachrichten)), während die EZB die Zinsen zuletzt angehoben hat.
  • Globale Konjunkturdaten und geopolitische Risiken treiben die Nachfrage nach dem Franken als sicherem Hafen.
  • Die Inflation in der Schweiz bleibt niedrig, was den Franken zusätzlich stützt (ICE (Aussenhandelsinstitut)).

Das Zusammenspiel dieser Faktoren sorgt für gegenläufige Kräfte. Werden die Zinsdifferenzen kleiner oder grösser, wirkt das direkt auf den Wechselkurs.

Das Muster: Der Markt reagiert empfindlich auf jede Änderung der Geldpolitik.

Wie lauten die Prognosen der Grossbanken?

  • UBS hob die Prognose für das 2. und 3. Quartal 2026 von 0,94 auf 0,95 an – dank besserer Wachstumsaussichten in Europa (Investing.com (Nachrichtenportal)).
  • Raiffeisen erwartet dagegen einen leichten Rückgang auf 0,91 bis Ende 2026 (Ticinonline (Schweizer Nachrichten), Raiffeisen-Analyse).
  • Die Mehrheit der Experten rechnet mit einer Seitwärtsbewegung in einer Spanne von 0,90 bis 1,00 (ICE (Aussenhandelsinstitut)).

Was diese Spanne bedeutet: Ein Kurs über 0,95 wäre ein klares Signal für eine Euro-Erholung, während ein Wert unter 0,90 die anhaltende Frankenstärke bestätigen würde.

Die Implikation: Anleger müssen mit beiden Szenarien rechnen.

Was passiert mit dem Schweizer Franken?

Warum gilt der Franken als sicherer Hafen?

  • Die Schweiz hat eine stabile Wirtschaft mit niedriger Inflation und einer unabhängigen Notenbank.
  • In Krisenzeiten fliessen Kapitalströme in den Franken, was die Währung stärkt.
  • Laut Ticinonline dürfte die Stärke des Frankens auch 2026 anhalten (Ticinonline (Schweizer Nachrichten)).

Der Haken: Die Kehrseite der Frankenstärke trifft die Exportwirtschaft und Grenzgänger, deren Einkommen in Euro weniger wert wird.

Wie wirkt sich die globale Unsicherheit aus?

  • Geopolitische Spannungen und Konjunktursorgen verstärken die Nachfrage nach dem Franken.
  • Die EZB-Referenzkurse zeigen, dass der EUR/CHF selbst bei positiven Euro-Signalen nur langsam zulegt (Europäische Zentralbank (EZB), Juni 2026).

Die Implikation: Solange die Unsicherheit hoch bleibt, ist mit einer raschen Euro-Erholung nicht zu rechnen.

Was zu beachten ist

Grenzgänger, die in Franken bezahlt werden und in Euro leben, erleben die Frankenstärke als Reallohnverlust. Wer den Umtausch plant, sollte die langfristige Tendenz berücksichtigen, nicht nur die Tageskurse.

Was ist der Rekordwechselkurs von Schweizer Franken zu Euro?

Wann erreichte der EUR/CHF seinen Höchststand?

  • Vor der Aufhebung des Mindestkurses im Januar 2015 lag der Kurs zeitweise bei über 1,60.
  • Nach der Freigabe fiel der Euro innerhalb weniger Minuten dramatisch auf unter 0,90.

Der Höchststand von 1,60 markiert den Punkt, an dem der Euro extrem stark war – aus heutiger Sicht eine ferne Erinnerung.

Was war der tiefste Stand?

  • Das Allzeittief des EUR/CHF wurde 2015 bei etwa 0,85 erreicht, kurz nach der SNB-Entscheidung.
  • Im Jahr 2025 lag der tiefste Punkt der Spanne bei knapp unter 0,92 (ICE (Aussenhandelsinstitut)).

Wer heute auf einen Kurs von 0,85 wartet, wartet vermutlich vergeblich – die SNB hat signalisiert, dass sie bei extremen Bewegungen eingreifen würde.

Die Lehre: Historische Extreme sind selten wiederholbar.

Wie erkennt man einen günstigen Wechselkurs?

Welche Indikatoren zeigen einen günstigen Kurs?

  • Historischer Vergleich: Ein Kurs über 1,05 gilt als historisch günstig für Euro-Käufer – das Niveau von 2010.
  • Technische Analyse: Unterstützungen bei 0,90 und Widerstände bei 0,97 helfen, Trends zu erkennen.
  • Zinsdifferenz: Eine wachsende Kluft zwischen SNB- und EZB-Zinsen signalisiert oft eine Richtungsänderung.

Ein Beispiel: Im Juni 2026 bewegte sich der Kurs um 0,913–0,917 (EZB-Referenzkurse). Wer bei 0,916 kaufen konnte, lag nahe am Tagesmittel – akzeptabel, aber nicht optimal.

Sollte man bei steigendem Franken umtauschen?

  • Kurzfristig: Wer den Euro in naher Zukunft braucht, sollte nicht auf einen idealen Kurs warten – die Spanne ist zu gering.
  • Langfristig: Ein strategischer Umtausch in mehreren Tranchen mindert das Risiko.

Die Faustregel: Steigt der Franken, wird es teurer, Euro zu kaufen. Wer also in Zukunft Euro benötigt, kauft besser bei einer leichten Erholung des Euro ein.

Die Konsequenz: Geduld ist kein guter Ratgeber bei stabiler Frankenstärke.

Wie viel sind 100 Euro in Franken?

Wie berechnet man den Betrag?

  • Multiplizieren Sie den Euro-Betrag mit dem aktuellen Wechselkurs (z. B. 100 × 0,928 = 92,80 CHF).
  • Banken und Wechselstuben berechnen Aufschläge, sodass der ausgezahlte Betrag niedriger ausfällt.

Der Kurs vom 19. Mai 2026 ergab für 100 Euro genau 92,80 Franken (EZB-Referenz). In der Praxis liegt der Kurs bei Filialbanken oft 1–2 % darunter.

Wo findet man den aktuellen Kurs?

  • Offizielle Referenzkurse der EZB (täglich aktualisiert)
  • Portale wie Investing.com, UBS oder Raiffeisen bieten Echtzeitkurse
  • Für Grenzgänger: Vergleichsseiten wie Valiant oder magicheidi.ch

Ein Tipp: Nutzen Sie Vergleichsportale, bevor Sie einen grösseren Betrag umtauschen – die Unterschiede zwischen den Anbietern können mehrere Franken betragen.

Was das bedeutet: Kleine Gebührenunterschiede summieren sich bei grossen Beträgen.

Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse

  • – SNB hebt den Mindestkurs von 1,20 auf. Der Franken legt schlagartig zu.
  • – EUR/CHF schwankt zwischen knapp unter 0,92 und fast 0,97 (ICE).
  • – EZB senkt den Leitzins auf 3,5 %. Der Euro gerät unter Druck.
  • – SNB belässt den Leitzins bei 0,5 %.
  • – EUR/CHF erreicht 0,928 (EZB-Referenz).
  • – EZB-Referenzkurse zwischen 0,9128 und 0,9175 (EZB).

Die Zeitleiste zeigt: Der EUR/CHF hat sich von den Extremen der Jahre 2015–2020 entfernt und pendelt nun in einer engeren Zone ein.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

  • Bestätigt: Der EUR/CHF notiert aktuell unter 1,00. Die SNB hat keine Interventionen angekündigt.
  • Bestätigt: UBS und Raiffeisen haben ihre Prognosen veröffentlicht (Investing.com, Ticinonline).
  • Unklar: Ob der Franken weiter aufwertet, hängt von geopolitischen Entwicklungen ab.
  • Unklar: Die genaue Prognose für Ende 2026 bleibt unsicher – die Bandbreite ist gross.

«Es ist nicht wahrscheinlich, dass der Kurs wieder auf 1,20 steigt.»

Raiffeisen (Schweizer Bank)

«Die Indikatoren zeigen ein Kaufsignal für EUR/CHF.»

Investing.com (technische Analyse)

Für Grenzgänger, die ihren Lohn in Franken erhalten, ist die Botschaft eindeutig: Der Wechselkurs wird voraussichtlich unter 1,00 bleiben. Wer Euro braucht, sollte bei günstigen Gelegenheiten zugreifen – auf einen durchbrochenen Aufwärtstrend zu warten, könnte sich rächen.

Eine detaillierten EUR/CHF-Prognose 2026 zeigt, wie sich die Zinspolitik der SNB und EZB auf den Wechselkurs auswirkt.

Häufig gestellte Fragen

Welche Bank bietet den besten Wechselkurs für EUR/CHF?

Die Kurse variieren. Es lohnt sich, vor dem Umtausch Online-Vergleiche bei Portalen wie magicheidi.ch oder den offiziellen EZB-Referenzkursen zu prüfen. Filialbanken berechnen meist höhere Aufschläge als spezialisierte Wechselstuben.

Wie oft ändert sich der EUR/CHF Kurs?

Der Kurs ändert sich kontinuierlich während der Handelszeiten. Die EZB veröffentlicht einmal täglich einen Referenzkurs. Für Echtzeitkurse nutzt man Portale wie Investing.com.

Ist der Schweizer Franken sicherer als der Euro?

Ja, der Franken gilt traditionell als sicherer Hafen aufgrund der stabilen schweizerischen Wirtschaft und niedriger Inflation. In unsicheren Zeiten steigt die Nachfrage nach Franken.

Welche Wirtschaftsdaten beeinflussen den Wechselkurs?

Zinsentscheide der SNB und EZB, Inflationsraten, BIP-Wachstum, Arbeitslosenzahlen und geopolitische Ereignisse haben direkten Einfluss auf den EUR/CHF.

Kann der Wechselkurs negativ werden?

Nein. Ein negativer Wechselkurs ist technisch unmöglich – der Wert einer Währung kann nicht unter null fallen. Theoretisch möglich ist eine weitere Annäherung an Null, aber realistisch sind Kurse über 0,80.

Wie wirkt sich der Zinsentscheid der SNB auf den Franken aus?

Eine Zinserhöhung durch die SNB macht den Franken attraktiver für Anleger und stärkt die Währung. Eine Senkung schwächt den Franken tendenziell. Da die SNB aktuell bei 0,5 % verharrt, bleibt der Franken vergleichsweise teuer.

Fazit: Der EUR/CHF bleibt 2026 in einer engen Spanne gefangen. UBS sagt leichten Anstieg auf 0,95 voraus, Raiffeisen einen Rückgang auf 0,91. Für Grenzgänger heisst das: Wer auf den bestmöglichen Kurs wartet, riskiert, die Gelegenheit zu verpassen. Besser in Tranchen umtauschen und die wirtschaftlichen Trends im Auge behalten.

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