Zweimal im Jahr die Uhr umstellen – viele Deutsche haben dieses Ritual satt. Die EU-Kommission legte bereits im September 2018 einen konkreten Vorschlag zur Abschaffung vor, doch seitdem ist wenig passiert. Während in Deutschland Petitionen mit Tausenden Unterschriften zirkulieren und der Bundestag über mehrere Anträge debattiert, fehlt weiterhin ein EU-weiter Beschluss. Ein Blick auf den aktuellen Stand.

EU-Vorschlag zur Abschaffung: 2018 · Sommerzeitbeginn 2026: 29. März · Winterzeitende 2026: 25. Oktober · Vertretung Deutschland: Kommissionsvorschlag beendet Umstellungen · Länder ohne Umstellung: Mehrere in Europa und Welt

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Genaues Abschaffungsdatum weiterhin offen (Europäische Kommission)
  • EU-weite Umsetzung seit 2019 blockiert (Europäische Kommission)
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Rat der EU muss Vorschlag umsetzen – bisher keine Einigung (Europäische Kommission)
  • Zeitumstellung 2026 findet regulär statt (Europäische Kommission)
Zeitpunkt Datum Quelle
Sommerzeitbeginn 2026 29. März Europäische Kommission
Winterzeitbeginn 2026 25. Oktober Europäische Kommission
EU-Endvorschlag September 2018 Europäische Kommission
Vertretung Deutschland Kommissionsvorschlag Europäische Kommission

Wann hat die Zeitumstellung endlich ein Ende?

Aktueller Stand in der EU

Die EU-Kommission legte im September 2018 einen Vorschlag vor, der die halbjährliche Zeitumstellung in der EU beenden sollte. Das Europäische Parlament billigte diesen Vorschlag am 26. März 2019 mit breiter Mehrheit. Der zuständige Ausschuss für Verkehr empfahl damals, dass alle Mitgliedstaaten ihre Entscheidung zwischen permanenter Sommer- oder Winterzeit bis April 2020 mitteilen sollten – doch dieser Zeitplan wurde nie eingehalten.

Die Kommission wartet bis heute auf den Rat der EU, um den Vorschlag endgültig umzusetzen. Ohne dessen Zustimmung bleibt die geltende EU-Richtlinie in Kraft, die alle Mitgliedstaaten zwingend zur jährlichen Zeitumstellung verpflichtet. Einen festgelegten Termin für die Abschaffung im Jahr 2026 gibt es nicht.

Anmerkung der Redaktion

Die EU-Richtlinie lässt den Mitgliedstaaten derzeit kein Wahlrecht bei der Zeitumstellung – eine Änderung kann nur EU-weit erfolgen. Das ist der Grund, warum nationale Alleingänge rechtlich kompliziert sind.

Geplante Termine 2026 und 2027

Die nächsten Zeitumstellungen sind regulär geplant: Am 29. März 2026 beginnt die Sommerzeit, am 25. Oktober 2026 die Winterzeit. Auch für 2027 ist keine Abweichung von diesem Rhythmus vorgesehen. Wer also auf ein Ende der Umstellungen hofft, muss sich mindestens noch bis zur nächsten planmäßigen Anpassung gedulden.

Fazit: Die Abschaffung der Zeitumstellung liegt seit Jahren auf Eis. Der Vorschlag von 2018 ist genehmigt, aber die letzte entscheidende Stimme – der Rat der EU – hat bisher nicht entschieden.

Wird die Zeitumstellung 2026 abgeschafft?

Sommerzeitbeginn 2026

Nein. Die Sommerzeit beginnt 2026 planmäßig am 29. März um 2:00 Uhr morgens, wenn die Uhren auf 3:00 Uhr vorgestellt werden. Dieser Termin steht nach aktuellem Stand fest – ein Beschluss zur Abschaffung liegt nicht vor.

Wer im Frühjahr 2026 auf eine dauerhafte Sommerzeit gehofft hatte, wird enttäuscht: Die EU hat keinen verbindlichen Pfad beschlossen, der über diesen Termin hinausführt. Deutschland bleibt damit vorerst bei der halbjährlichen Anpassung.

Winterzeit 2026

Auch die Winterzeit beginnt 2026 regulär – am 25. Oktober werden die Uhren um 3:00 Uhr wieder auf 2:00 Uhr zurückgestellt. Der Petitionsausschuss des Bundestags hat zwar bereits 2022 empfohlen, die Forderung nach Abschaffung an das Europäische Parlament weiterzuleiten, doch eine konkrete Gesetzgebung steht weiterhin aus.

Fazit: Für 2026 ändert sich nichts. Sommer- und Winterzeit finden wie gewohnt statt. Wer die Umstellungen beenden will, muss weiter auf den Rat der EU warten.

Welche Länder haben die Zeitumstellung abgeschafft?

Länder in Europa ohne Umstellung

Innerhalb der EU hat bisher kein Land die Zeitumstellung endgültig abgeschafft. Die Ukraine hat zuletzt am 26.–27. Oktober 2024 ihre Uhren umgestellt und plant eine Abschaffung – das entsprechende Gesetz wurde jedoch noch nicht unterzeichnet.

Außerhalb der EU praktizieren mehrere Länder keine saisonalen Zeitumstellungen: Russland hat sie bereits abgeschafft, ebenso wie Weißrussland und Teile Asiens. Auch Island verzichtet seit jeher auf die Umstellung und behält das ganze Jahr die gleiche Zeitzone.

Beispiele weltweit

Weltweit haben zahlreiche Länder die Praxis eingestellt, darunter Mexiko (in einigen Regionen), Japan und China. Diese Länder haben sich für eine dauerhafte Zeitzone entschieden, ohne jährliche Anpassungen vorzunehmen.

Für EU-Mitgliedstaaten bleibt die Option offen: Wer sich für eine permanente Sommerzeit entscheidet, muss auf die nächste Zeitzone umstellen (MEZ+1), also faktisch eine Stunde vorgehen. Eine permanente Winterzeit würde die aktuelle Normalzeit beibehalten.

Welche Länder sind gegen die Abschaffung der Zeitumstellung?

Argumente der Gegner

Die Bundesregierung fordert von der EU-Kommission eine umfassende Folgenabschätzung, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Diese Haltung teilen mehrere Mitgliedstaaten, die Bedenken hinsichtlich möglicher wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Auswirkungen einer Abschaffung geltend machen.

Die Bundesregierung betont zudem die Notwendigkeit, Zeitinseln im Binnenmarkt zu vermeiden – also Situationen, in denen neighboring Länder unterschiedliche Zeitzonen nutzen. Eine unkoordinierte Abschaffung könnte Handels- und Kommunikationsbarrieren schaffen.

Politische Positionen

Im Oktober 2025 stand im Deutschen Bundestag ein Antrag mit dem Titel „Belastende Zeitumstellung auf EU-Ebene abschaffen – Dauerhafte Beibehaltung der Normalzeit” auf der Tagesordnung. Parallel dazu hat die AfD-Fraktion einen eigenen Gesetzentwurf zur Abschaffung der Sommerzeit (Drucksache 21/2213) eingebracht.

Die Positionen gehen dabei weit auseinander: Während die eine Seite eine dauerhafte Normalzeit (MEZ) fordert, setzt sich etwa die italienische Gesellschaft für Umweltmedizin für eine ganzjährige Sommerzeit ein – aus Gründen der Energieeinsparung.

Fazit: Innerhalb Europas gibt es keine einheitliche Front pro oder contra Abschaffung. Selbst unter Befürwortern herrscht Uneinigkeit darüber, ob permanente Sommer- oder Winterzeit das Ziel sein sollte.

Warum wird die Sommerzeit nicht endlich abgeschafft?

Gründe für Verzögerung

Die Gründe für die Verzögerung sind struktureller Natur. Erstens muss der Rat der EU zustimmen – und innerhalb des Rates fehlt die Einigung. Zweitens verlangt die Kommission von Mitgliedstaaten, die ihre Zeitzone ändern wollen, eine Vorankündigung von mindestens sechs Monaten.

Drittens scheuen viele Regierungen die politischen Kosten einer Entscheidung: Soll man die permanente Sommerzeit einführen (was abends mehr Licht bedeutet, aber mornings im Winter dunkler macht) oder die Winterzeit beibehalten? Diese Frage spaltet selbst Experten.

Petitionen und Initiativen

Mehrere Petitionen fordern ein Ende der Zeitumstellung. Eine im Februar 2024 gestartete Petition hat 308 Unterschriften gesammelt und richtet sich an das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Eine weitere Petition aus Oktober 2024 fordert die dauerhafte Beibehaltung der Normalzeit (MEZ) mit 2.021 Unterschriften.

Auf europäischer Ebene hat das Europäische Parlament bereits 2018 mit 84 % der Stimmen die Abschaffung der Verpflichtung zur zweimaligen Zeitumstellung beschlossen. Die WeMove-Kampagne sammelt weiterhin Unterschriften, um Minister zu einer Entscheidung zu bewegen.

Die EU-Richtlinie sieht die jährliche Zeitumstellung zwingend vor und belässt den Mitgliedstaaten kein Wahlrecht.

Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags (Parlamentarisches Gremium)

Die Kommission hat vorgeschlagen, die halbjährlichen Zeitumstellungen in der EU im Jahr 2019 zu beenden.

— Europäische Kommission (Offizielle Stellungnahme)

Das Dilemma

Die Mehrheit der EU-Bürger und des Europäischen Parlaments will die Abschaffung. Aber der politische Prozess erfordert Einstimmigkeit im Rat – und die ist seit 2019 nicht erreicht worden.

Was feststeht

  • EU-Kommission legte 2018 Vorschlag vor
  • EP stimmte am 26. März 2019 zu
  • Zeitumstellung 2026 findet regulär statt
  • Bundestag debattierte mehrere Anträge 2025
  • Mehrere Petitionen mit Tausenden Unterschriften

Was unklar bleibt

  • Genaues Abschaffungsdatum unbekannt
  • Position aller 27 Mitgliedstaaten unklar
  • Wann Rat der EU entscheidet, offen
  • Welche Zeitzone Deutschland wählen würde
  • Fortschritt der Folgenabschätzung

Zeitliche Entwicklung

Zeitraum Ereignis
September 2018 EU-Kommission schlägt Abschaffung vor
26. März 2019 Europäisches Parlament billigt Vorschlag
March 2019 Empfohlene Frist für Mitgliedstaaten (nicht eingehalten)
26.–27. Oktober 2024 Ukraine stellt letztmals um
16. Oktober 2025 Bundestag debattiert AfD-Antrag
Fazit: Seit fast sieben Jahren liegt der Vorschlag zur Abschaffung bereit. Trotz breiter Unterstützung im Parlament und zahlreicher Petitionen fehlt die politische Einigung auf EU-Ebene. Die nächste Zeitumstellung kommt trotzdem.

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Trotz blockiertem EU-Vorschlag 2018 laufen Termine und Uhrzeiten 2026 nach wie vor regulär ab.

Häufig gestellte Fragen

Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft in Europa?

Ein genauer Termin für die EU-weite Abschaffung steht nicht fest. Der Vorschlag von 2018 wurde vom Europäischen Parlament gebilligt, aber der Rat der EU hat noch nicht entschieden. Ohne diese Zustimmung bleibt die Zeitumstellung Pflicht für alle Mitgliedstaaten.

Warum nutzen manche Länder keine Sommerzeit?

Länder wie Island, Russland oder Japan haben die Praxis abgeschafft, weil sie keine Vorteile für Gesundheit, Energie oder Wirtschaft sehen. Sie nutzen stattdessen eine dauerhafte Zeitzone, die zu ihrem geografischen Standort passt.

Welches Land will die Zeitumstellung abschaffen?

Die EU insgesamt will die Abschaffung – das Parlament hat 2018 mit 84 % dafür gestimmt. Innerhalb Deutschlands haben mehrere Parteien und Bürgerinitiativen Anträge und Petitionen eingereicht. Die Ukraine plant ebenfalls eine Abschaffung, hat das Gesetz aber noch nicht unterzeichnet.

Wird die Zeitumstellung 2027 abgeschafft?

Nach aktuellem Stand ist davon nicht auszugehen. Für 2026 sind die Termine festgelegt (29. März und 25. Oktober), und ein EU-weiter Beschluss zur Abschaffung liegt nicht vor. Der Rat der EU muss erst zustimmen.

Was passiert bei der Zeitumstellung 2026?

Am 29. März 2026 werden die Uhren von 2:00 auf 3:00 Uhr vorgestellt (Sommerzeitbeginn). Am 25. Oktober 2026 erfolgt die Rückstellung von 3:00 auf 2:00 Uhr. Dies geschieht regulär, ohne Änderung am bisherigen Ablauf.

Gibt es eine Petition zur Abschaffung?

Ja, mehrere. Eine Petition auf OpenPetition fordert die dauerhafte Beibehaltung der Normalzeit (MEZ) und hat 2.021 Unterschriften gesammelt. Eine zweite Petition mit 308 Unterschriften richtet sich an das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Auch die WeMove- und Change.org-Kampagnen sammeln weiterhin Unterschriften.

In welchem Jahr hat Irland die Uhr nicht umgestellt?

Irland hat die Zeitumstellung nie abgeschafft. Die Frage verweist möglicherweise auf Irlands historische Diskussionen über Zeitzonen, aber faktisch hat kein europäisches Land die Umstellung bisher endgültig eingestellt.